Punkt #28 erreicht 

[2012.05.18 | Denmark | no comments]

Ein Haufen Granitbrocken irgendwo in der Ostsee. Vor einigen Jahrhunderten dank des Naturhafens als Flottenstützpunkt der Dänen auserkoren, immer wieder angegriffen und umgebaut aber nie wirklich aufgegeben worden. Die Inseln sind Denkmal, Museumsdorf, Vogelparadies, Naturschutzgebiet, lebendige Geschichte in einem. Fahrrädern und Haustieren bleibt der Zutritt verwehrt, so bleibt Heinrich beim Stahlross und ich erkunde die Inseln alleine zu Fuß. Zwei kleine, nahe beieinander liegende Inseln bilden den Hauptteil der Schärengruppe. Eine alte Brücke führt über den Hafen, verbindet die eine mit der anderen. Mitten auf der Brücke liegt Punkt #28, Sicht auf Türme, Wohnhäuser und den Hafen. Die Bauten sind alt, gut erhalten, noch besser restauriert. Eine Handvoll Einwohner lebt vom Fischfang und Tourismus. Keinerlei neumodischer Bauten stören die Kulisse, der Leuchtturm ist Taktvoll im alten Aussichtsturm „versteckt“, Kiosk und Restaurant angenehm unaufdringlich in alte Gebäude integriert. Statt dem üblichen Andenkennepp verkaufen die Inselkinder selbstgepflückte Blumensträuße, Muscheln, Steine. Und um Dich herum nur – auffallend klares – Wasser, du fühlst dich ein paar Jahrhunderte zurückversetzt.

 

Heinrich meint: "Pfff! Haustiere verboten! Diskriminierung! Wo bleiben denn da die Elchrechte??? Zumal, seit wann zählen Elche zu Haustieren?! Na egal, Schifffahren ist eh nix für Elche, da versau ich mir das Fell noch schneller wie bei Kopfsteinpflaster. Außerdem hatte ich günstig eine Palette "starköl" auf der Fähre von Deutschland nach Dänemark erworben um die ich mich dringend kümmern musste..."

 

Hafenausfahrt Hafeneinfahrt Position... Mit Kanonen auf Möwen schießen lebendes Museum Wachturm früher Hafen

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Deutschland - die letzen Kilometer 

[2012.05.17 | Germany | no comments]

Die letzten Kilometer auf dem Deutschen Festland fahre ich nicht allein, Rüdiger aus Schwerin (www.durchgedreht-online.de) begleitet mich. Übers Radfahren auf Island hatten wir uns kennengelernt und wir konnten einen Abend und einen halben Tag über Touren, Radfahren, das Leben quatschen und philosophieren. Danke Rüdiger für die angenehme Begleitung! Ich hoffe wir sehen uns irgendwo mal wieder auf dem Rad!
Mit kleiner Fähre nach Rügen, ich bin der einzige Radler. Im Nordosten der Insel wartet der Jasmund Nationalpark, junges, frisches, helles Buchenwaldgrün, ein wunderschöner Wald. Zum Sonnenaufgang an die Kreidefelsen klappt im zweiten Anlauf, den ersten vereiteln dicke Wolken, kräftige Schauer. Aufstehen um 4, 5:06 Uhr Sonnenaufgang. Es lohnt. Mit Sicherheit!

 

Info: Der Königsstuhl (höchste Aussicht) kostet 7,5 € Eintritt (!). Zu sehen gibt es dafür die Aussicht, eine „Multimediashow“, ein „altes Gebäude“ und wohl eine kurze Führung. Verbilligt nur auf den Felsen ist nicht möglich. Daher früh aufstehen, denn dann ist noch keiner da und das Tor offen und man kann die Aussicht kostenlos genießen. Auf den Rest hab ich dankend verzichtet. Am beeindruckendsten fand ich die Sicht vom Strand aus am frühen Morgen.

Zu zweit Rüdiger Binz Sonnenuntergang am Camp Königgstuhl 5:50 Uhr

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Hochsicherheitsbereich 

[2012.05.17 | Germany | no comments]

Hochsicherheitsbereich
Hochsicherheitsbereich

Was will uns da jetzt genau mitgeteilt werden? Bitte diese schöne Tür nicht klauen? Achtung, eine geöffnete Türe würde möglicherweise den Weg versperren, daher sicherheitshalber verschlossen? Durchgang für beleibtere und unsportliche Personen verboten?  Laut Artikel X Absatz Y muss der Zugang zu Z mit einem Schloss versehen sein? Guckt mal was wir für schöne Schlösser haben? Ich sollte die Tür abschließen also hab ich das gemacht? Soll mit dem Schloss die – wenn auch sinnfreie - Daseinsberechtigung der Tür unterstrichen werden? Oder möchte der Erschaffer dieser Skulptur gar die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Diskrepanz zwischen gefühlter und echter Sicherheit bei überstürzt und gedankenlos angeordneten  Sicherheitsmaßnahmen „im alternativlosen Kampf gegen [beliebiges Schlagwort hier einsetzten]“ lenken?
Fragen über Fragen über die ich die weiteren 283 Stufen auf dem Abstieg Richtung Strand am Königsstuhl auf Rügen philosophiere. Natürlich nicht ohne die Hinweisschilder am Anfang des Abstieges zu vergessen: „Achtung! 473 (oder so) Stufen! Anstrengender Aufstieg! Rutschgefahr bei Nässe! Betreten auf eigene Gefahr! Abbruchgefahr der Steilklippen! Kein Winterdienst!“

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Canon mobile repair center 

[2012.05.16 | Sweden | one comment]

Nach knapp 2000km rütteln in der Lenkertasche hat vor ein paar Tagen mein Canon EFS 17-85mm Objektiv die Segel so halb gestrichen und beschlossen zukünftig nur noch als 17mm Festbrennweite zu fungieren – Sprich die Zoomfunktion steckte fest. Zwar hätte ich nichts gegen ein etwas Lichtstärkeres Objektiv ein zu wenden, aber das würde mein Budget dann doch überstrapazieren, eine „professionelle“ Reparatur zu lange gehen. Doch – wie so oft – weiß das Internet Rat. Eine Anleitung (DANKE Travis Hydzik!) wurde gefunden, 100 SEK (ca. 11 €) in einen Satz Minischraubendreher, zwei Stunden Zeit und eine gute Portion Angstschweiß investiert. Und wie sich das für einen passionierten Bastler gehört, besitze ich nun wieder ein voll funktionstüchtiges Zoomobjektiv...

Jetzt papp ich mir noch einen "Canon mobile competence & repair center" Aufkleber auf die Packtaschen und die 100 SEK sind ruck zuck wieder drin ;-D

17mm zerlegt EFS 17-85mm

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Punkt #50 erreicht 

[2012.05.15 | Germany | no comments]

Nach gut 100km von Berlin aus erreiche den Punkt #50 „Oderlandschaft“ am 4.5.2012 wenig nördlich von Frankfurt Oder. Der Fluss schlängelt sich durch eine breite Ebene, hohe Gräser und vereinzelte Bäume säumen das Ufer. Von einer Aussichtsplattform am Oderbruch kann man sich einen guten Überblick verschaffen. Das berühmte blühen der Adonis (?) verpasse ich leider um eine, anderthalb Wochen, trotzdem überrascht die Landschaft mit einer Natürlichkeit die untypisch ist für schiffbare, eingedeichte Flüsse. Knapp zwei Tage radel ich auf den gut ausgebauten Oderradweg entlang, fast immer auf oder direkt neben dem Deich. Infotafeln klären über die großen Überschwemmungen und die Geschichte der Oder als Grenzfluss, umkämpftes Areal und Naturschutzgebiet auf. Auf der polnischen Seite stehen viele Fischer am Ufer oder im Fluss, sie machen reiche Beute. Abends und nachts verschwindet menschengemachter Lärm fast vollständig, Vögel und Insekten, Frösche und Kröten, das rascheln der Bäume im Wind, wühlende Nager kümmern sich um eine adäquate Geräuschkulisse und singen in den Schlaf.

 

Henrich meint: "schöne Landschaft nur leider wieder ohne Elche! Aber viele Rehe - sympathische Kerlchen - und Wildschweine morgens. Aber ich hab noch Kopfweh von der 1. Mai Party in Berlin..."

Punkt #50 Oderbruch Abends Schiffbar meist sich selbst überlassen

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Und ewig lockt die Bequemlichkeit 

[2012.05.06 | Germany | no comments]

Vom pulsierenden Berlin mit all seinen Verlockungen – bequemes Bett, Rotwein, Cafés, der Bäcker ums Eck, weiter nach Frankfurt Oder. Punkt #50 wartet und erreiche ich noch am selben Abend (Bericht folgt). Ein wunderschönes, einsames Camp an der Oder mit herrlichem Sonnenuntergang versüßt den Abend. Der Mond steht voll über dem Grenzfluss, die Nacht ist hell. Früh wecken mich die Vögel, das Zelt ist feucht vom Tau. Die Sonne versteckt sich hinter einigen Wolken, das Zelt kommt feucht in die Tasche. An der Oder entlang nach Norden, flott pedaliert es sich auf dem Deich. Mittags nimmt der Wind zu, dreht, fängt an mir ins Gesicht oder von der Seite zu blasen. Die Temperaturen gehen weiter runter. Ein Lagerplatz findet sich erst spät, das Zelt bleibt feucht. Regen trommelt mich in den Schlaf und weckt mich früh wieder auf. Bis etwa 10 bleibt der Regen, erst gegen 12 breche ich auf. Wechsel von der Oder Richtung Uckermark, der Radweg Berlin – Usedom soll mich an die Ostsee bringen. Nach gerade mal gut 40km tut sich links die Einfahrt zu einem Campingplatz auf. Die Bremsen greifen zuverlässig, das schwer bepackte Rad steht. Ich überlege nicht lange, checke ein. Das Bremsen hat sich gelohnt, der Platz ist wunderschön. (Für unsere Campingfreunde: www.camping-oberuckersee.de). Frisch geduscht, satt gegessen sitze ich bei Tee mit Aussicht auf den See, schreibe diese Zeilen und genieße den Abend.

Moonshinecamp Radweg Berlin - Usedom Campingplatz Büro

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Quer durch Deutschland 

[2012.05.02 | Germany | one comment]

Nach einem Tag entspanntem "Muskelaufbau" erhöre ich den Ruf des Rades und pedale weiter. An Flussläufen entlang quer durch Deutschland bis Berlin. Flott fährt es sich auf gut ausgebaut und ausgeschilderten Wegen entlang Neckar, Kocher, Jagts, Tauber, Main, Sinn, Ulster. An Werra, Ilm und Saale häufen sich Kopfstein und unbefestigte Wege. Die Querverbindungen zwischen den Flußtälern überraschen mit abwechslungsreichen Landschaften, steilen Wegen, stillen Wäldern. Nachts finden sich oft offene Schutzhütten, das ein oder andere Mal lockt der Komfort eines Campingplatzes.
 Das vollgeladene Rad regt zu Spekulationen an  - die Vermutung „geht es an den Nordpol?“  war eine der interessantesten. Begegnungen sind durch Offenheit und ehrlichem Interesse geprägt. Mal kurz, mal lang, immer spannend. Auf Campingplätzen werde ich zum Grillen, einem Glas Wein eingeladen und immer wieder zu Gesprächen eingeladen.
In kleineren und größeren Städten laden gemütliche Cafés, schöne Stadtkerne, interessante Bauten, kulturelle Sehenswürdigkeiten zum Pausieren. In Goethe Weimar im Café irgendwas mit Goethe (ich konnte es mir nicht verkneifen…): „Was hätte Schiller [sic!] bestellt?“ Schiefer Blick. „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“ Sehr schiefer Blick. „Das ist von Goethe“ Erkennender Blick. „Was hätte der denn bestellt?“ „Also wir haben den Gothe Kaffee, den Goethe Snack, das Goethe […]“ „Danke, dann einen Kaffee und so eine Apfeltasche zum Mitnehmen bitte.“ „Sie meinen die Goethetasche?“ „Jaaaaa….
 Bleibt zu erwähnen, dass die Goethetasche anderswo problemlos als Apfel-Zimttasche für 50 Cent weniger über die Theke geht und der Kaffeebecher von Goethe geziert wird. Konterfei natürlich. Das aufgedruckte Zitat „Caution – Contents Hot!“ ist - glaub ich - nicht von ihm. Merchandise, fuck yeah!

 

Einladend Schwäbisch Hall Viel Fachwerk Profisandkasten Gotha Cafes Goethe Radelfrosch leuchtende Rapsfelder leuchtende Rapsfelder Bank Trainingseinheit

 

Heinrich meint: "erstaunlich schöne Route durch dieses Land. Leider wird der Landschaftsgenuss durch die Abwesenheit von Elchen massiv geschmälert! Sitz also nicht so viel in Cafés herum, sondern strampel mal endlich in Richtung Skandinavien weiter!"

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Punkt #34 erreicht 

[2012.05.01 | Germany | no comments]

Halle begrüßt mich mit einer Vierspurigen Bundesstraße mit sehr mäßigem Fahrradweg in Richtung Innenstadt. Kaputte Abschnitte wechseln mit Kopfsteinpflaster, wechseln mit Betonplatten, vorbei an baufälligen Häusern, Baulücken. Nicht direkt eine Traumroute. Irgendwann knickt die Straße um eine Ecke und das Bild ändert sich schlagartig. Der Stadtkern zeigt sich herausgeputzt, mit viel Liebe für Details renoviert. Schöne alte Gebäude umrahmen den Markplatz. Ein Stück heraus aus der Innenstadt ändert sich das Bild wieder, ein klassisches Studentenviertel wartet auf mich. Holpriger Kopfstein, klassische Altbauten. Direkt am Punkt #34 findet sich eine kleine Szenekneipe, sehr guter Kaffee zu vernünftigen Preisen und nette Leute. Etwas länger dauert dementsprechend die Pause. Aus Halle heraus findet sich ein guter Weg, am Muldestausee nahe Bitterfeld bietet sich eine gute Übernachtungs- und Schwimmmöglichkeit.

 

Position #34 Kleine Gasse Graffiti Altbauten

 

Heinrich (der Elch) meint: "Ich verbitte mir zukünftig Kopfsteinpflaster! Da wird mir schlecht von und ich versau mir das Fell! Und das finden die Elchdamen gar nicht lustig. Wo sind die eigentlich?!"

 

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Punkt #3 erreicht 

[2012.04.30 | Germany | one comment]

Am 25.04.2012 habe ich den Punkt Nr #3 erreicht! 780km weit war die Radelstrecke bis in den Tühringer Wald zum Beginn des Rennsteigs. Der Thüringerwald, als Ausflugsziel beliebt und bekannt war zu diesem Zeitpunkt noch weng Besucht, so konnte ich eine gemütliche Nacht in einer wunderbaren Schutzhütte direkt am Rennsteig verbringen. Den morgentlichen Weckruf kann man sich hier anhören:

 

 

 

Heinrich (der Elch) meint: "Wurde aber auch langsam Zeit! Das ständige gejammer wegen irgendwelcher Höhenmeter, nur wenns mal ein bisschen bergauf geht, kann ja keiner mehr hören! Ist ja schon eine nette Gegend hier, aber ich seh überhaupt keine Elchdamen!?!"

 

Rennsteigbeginn Heinrich getragen habe ich nicht... Position... herrliche Hütte

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Die ersten Tage 

[2012.04.18 | Germany | 8 comments]

Mit leichter Verzögerung ging es um ca. 12.30 Uhr dann endlich los. Danke für Euer kommen und den wunderschönen Abschied!!

 

Alten bekannten Wegen folgend in Richtung Belchen, eine Schutzhütte wartet. Ein letztes Zusammensitzen am Lagerfeuer. Sonntags dann erst später Start – der badische Rotwein ist halt doch lecker…  Die kleinen Süden werden bekanntermaßen sofort bestraft, eine ordentliche kalte, lange Dusche, böse Steigungen und Gefälle, Schlamm, Schneefelder auf dem Weg – Aprilwetter. Wieder eine Schutzhütte, am Feldberg, morgens tief verschneit. Die Abfahrt ins Tal gestaltet sich ungemütlich, Graupel und Regen. Die wasserdichten Handschuhe halten was sie versprechen, zuverlässig halten sie eine größere Menge Wasser davor ab aus den Handschuhen herauszulaufen…
Irgendwann wird das Wetter besser, die Pausen an der Donau angenehmer. Bevor das Zelt ausgepackt werden kann, lädt Hobby-Imker Roland zu einem Bier in seine Hütte. Er überlässt mir die kleine Laube am wohl schönsten Abschnitt der Donau für die Nacht und stellt noch zwei Bier dazu – danke! Weiter am „großen europäischen Strom“ (Eigenwerbung Tourismusverband Donau) bis Sigmaringen, abbiegen in Richtung Norden. Dank deutscher Fahrradwege (Umleitungsschild „U1“ am Radweg :-D ) über schöne Seitensträßchen über die schwäbische Alb.


Vier erste schöne und spannende Tage liegen nun hinter mir, dank hervorragendem Stützpunkt wird nun ein Tag pausiert, die weitere Strecke geplant, das Fahrrad gepflegt,  ein bisschen entspannt und was mir noch so einfällt.

 

Abfahrt Auffahrt Im Schnee Morgens am Feldberg Heinrich... geradezu Luxuriös Donautal

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