Quer durch Deutschland 

[2012.05.02 | Germany | one comment]

Nach einem Tag entspanntem "Muskelaufbau" erhöre ich den Ruf des Rades und pedale weiter. An Flussläufen entlang quer durch Deutschland bis Berlin. Flott fährt es sich auf gut ausgebaut und ausgeschilderten Wegen entlang Neckar, Kocher, Jagts, Tauber, Main, Sinn, Ulster. An Werra, Ilm und Saale häufen sich Kopfstein und unbefestigte Wege. Die Querverbindungen zwischen den Flußtälern überraschen mit abwechslungsreichen Landschaften, steilen Wegen, stillen Wäldern. Nachts finden sich oft offene Schutzhütten, das ein oder andere Mal lockt der Komfort eines Campingplatzes.
 Das vollgeladene Rad regt zu Spekulationen an  - die Vermutung „geht es an den Nordpol?“  war eine der interessantesten. Begegnungen sind durch Offenheit und ehrlichem Interesse geprägt. Mal kurz, mal lang, immer spannend. Auf Campingplätzen werde ich zum Grillen, einem Glas Wein und immer wieder zu Gesprächen eingeladen.
In kleineren und größeren Städten laden gemütliche Cafés, schöne Stadtkerne, interessante Bauten, kulturelle Sehenswürdigkeiten zum Pausieren. In Goethe Weimar im Café irgendwas mit Goethe (ich konnte es mir nicht verkneifen…): „Was hätte Schiller [sic!] bestellt?“ Schiefer Blick. „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“ Sehr schiefer Blick. „Das ist von Goethe“ Erkennender Blick. „Was hätte der denn bestellt?“ „Also wir haben den Gothe Kaffee, den Goethe Snack, das Goethe […]“ „Danke, dann einen Kaffee und so eine Apfeltasche zum Mitnehmen bitte.“ „Sie meinen die Goethetasche?“ „Jaaaaa….
 Bleibt zu erwähnen, dass die Goethetasche anderswo problemlos als Apfel-Zimttasche für 50 Cent weniger über die Theke geht und der Kaffeebecher von Goethe geziert wird. Konterfei natürlich. Das aufgedruckte Zitat „Caution – Contents Hot!“ ist - glaub ich - nicht von ihm. Merchandise, fuck yeah!

 

Einladend Schwäbisch Hall Viel Fachwerk Profisandkasten Gotha Cafes Goethe Radelfrosch leuchtende Rapsfelder leuchtende Rapsfelder Bank Trainingseinheit

 

Heinrich meint"erstaunlich schöne Route durch dieses Land. Leider wird der Landschaftsgenuss durch die Abwesenheit von Elchen massiv geschmälert! Sitz also nicht so viel in Cafés herum, sondern strampel mal endlich in Richtung Skandinavien weiter!"

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Punkt #34 erreicht 

[2012.05.01 | Germany | no comments]

Halle begrüßt mich mit einer Vierspurigen Bundesstraße mit sehr mäßigem Fahrradweg in Richtung Innenstadt. Kaputte Abschnitte wechseln mit Kopfsteinpflaster, wechseln mit Betonplatten, vorbei an baufälligen Häusern, Baulücken. Nicht direkt eine Traumroute. Irgendwann knickt die Straße um eine Ecke und das Bild ändert sich schlagartig. Der Stadtkern zeigt sich herausgeputzt, mit viel Liebe für Details renoviert. Schöne alte Gebäude umrahmen den Markplatz. Ein Stück heraus aus der Innenstadt ändert sich das Bild wieder, ein klassisches Studentenviertel wartet auf mich. Holpriger Kopfstein, klassische Altbauten. Direkt am Punkt #34 findet sich eine kleine Szenekneipe, sehr guter Kaffee zu vernünftigen Preisen und nette Leute. Etwas länger dauert dementsprechend die Pause. Aus Halle heraus findet sich ein guter Weg, am Muldestausee nahe Bitterfeld bietet sich eine gute Übernachtungs- und Schwimmmöglichkeit.

 

Position #34 Kleine Gasse Graffiti Altbauten

 

Heinrich (der Elch) meint: "Ich verbitte mir zukünftig Kopfsteinpflaster! Da wird mir schlecht von und ich versau mir das Fell! Und das finden die Elchdamen gar nicht lustig. Wo sind die eigentlich?!"

 

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