Ein Akt der Revolution 

[25.06.2012 | Norwegen | 2 Kommentare]

Statoilkaffeeflatratebecher
Statoilkaffeeflatratebecher

Von einem norwegischen, auch bekennend kaffeesüchtigen Radler erhalte ich einen Top-Tipp: Die in Norwegen landesweit vertretene Tankstellenkette Statoil bietet einen –durchaus stabilen - Thermobecher zu einem Preis von 199 Kronen (knapp 26 €) an, Kaffeflatrate an allen Statoilstationen inklusive. Bei üblichen Preisen um die 4€ (VIER EURO!!!) pro Tasse eine durchaus lohnende Investition. An der nächsten Statoiltanke hab ich mir also so nen Becher besorgt und ab sofort wird jede Filiale angefahren. Da mein Kaffeeverbrauch auf 100km ungefähr dem Spritbedarf eines kleineren bis mittleren Langstreckenflugzeugs entspricht, dürfte das diesjährige Gewinnergebnis des Spritdealers mehr als empfindlich geschmälert werden. Kann ich ja nix für wenn sie sich mit solchen Angeboten ihr eigenes Grab schaufeln... Sprit brauch ich nämlich keinen :-P

 

Heinrich meint: „Elch sei Dank! Das gejammer über die hohen Kaffeepreise hat ein Ende! Und wenn Ende nächsten Monats der Ölkonzern Statoil wegen eines Kaffeesaufenden Deutschen pleite ist - bei dem Konsum hilft dann auch kein Rettungsschirm - ist nicht nur der Umwelt gedient, nein auch meine Nerven haben sich bis dahin hoffentlich erholt. Ich für meinen Teil habe meine Statoilanteile bereits abgestoßen, jeder andere sollte dasselbe tun…“

 

Disclaimer: Bis auf den Thermobecher an sich handelt es sich hierbei um Satire. Die darf das.

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Torsby bis Norwegen 

[25.06.2012 | Norwegen | 4 Kommentare]

Nach Torsby beginnt, was - für mich - Schweden ausmacht. Endlose Wälder, tiefblaue Seen, Berge weiß bestäubt, baumlos. Fjelllandschaft. Abseits der wenigen Hauptverbindungen kaum Fahrzeuge, umso mehr Schotter. Die Straße meist in die Landschaft gebaut, nicht durch. Dementsprechend wellig, selten mehr als 100 Meter im gleichen Gang, das Schaltwerk klickt im Sekundentakt. Punkt #1 bringt mich weit ins Fjell abseits der großen Nord-Süd Verbindungen. Ein Schlenker führt nach Frösön. Outdooraffinen Equipmentfetischisten als Sitz Hilleberg‘s bekannt, einem bekannten Zelthersteller. Als Besitzer eines solchen darf ein Besuch dort nicht fehlen, Führung, Kaffee, Kekse, nettes Gespräch, Händeschütteln.
Das nahe gelegene Östersund bietet was ein Reisender braucht, Geschäfte aller Art, günstiges Hostel, Kleinstadtatmosphäre. Keine Großstadtverlockungen. Ein paar Tage „frei“.
Weiter auf kleinen Straße Richtung Norwegen. Einen völlig verregneten Tag im Zelt verbringen, die reine Luft danach genießen. Der Grenzübergang völlig unspektakulär, ein Schild am Straßenrand, Punkt. Ende des schwedischen Schotters, beginn des norwegischen Asphalts. Direkt am Schild. Den Radler freuts.

 

Heinrich meint: "endlich. Schweden. SCHWEDEN! Elche wohin Du gucken kannst! Meine Familie stammt aus der Gegend. Mit alten Bekannten kann ich mal wieder so richtig feiern! Stefan erzählt zwar was von weiterfahren, die Flausen werd ich ihm aber schon noch austreiben. Wir bleiben. Komme was da wolle!"

 

Die Berge Wichtige Kreuzung Heimat für eine Nacht Schnee vor der Hütte Abfahrt vom Fjell wieder oben Regen kann auch schön sein gemütliche Unterkunft Kirchenarchitekur Frösön, Hilleberg Hauptquartier hatten leider geschlossen. traumhafte Straßen Grenze zu Norwegen

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Punkt #1 erreicht 

[12.06.2012 | Schweden | 8 Kommentare]

Revbua. Meine „Einstiegsdroge“ in das Leben draußen.

Das dritte mal bin ich hier. 2003 unterwegs im Kanu zusammen mit Martin und Thomas. Die letzten Tage der wunderbaren Bootstour verbrachten wir in dieser Hütte, genossen Umgebung, Sonne, Stille, das einfache Leben weitab der Zivilisation. Ziemlich nahe am kanadischen Blockhüttentraum meiner Jugendjahr, frei, selbstbestimmt, „draußen“.
2006 kam ich wieder, mit Ski und Pulka Einsamkeit, Antworten suchend. Reicht es 3, 4 Wochen im Jahr meinen Traum zu berühren? Was möchte ich tun, sehen, riechen, spüren, leben? Wie dahin kommen?
 „Die Welt sehen“ war die erste, einfachste Antwort. Mit dem Rad um die Welt? Klingt gut! Aus eigener Kraft, billig, kein Käfig, einfach, umweltfreundlich. Ein wilder Haufen an Ideen, Konzepten entstand. Hier in der Revbua ließ ich mir ein paar Tage Zeit den Haufen zu sortieren, auf Tauglichkeit zu prüfen, zu konkretisieren. Das Konzept dieser Webseite entstand, ein Fahrplan hin zur Realisierung der Tour aufgestellt. Wieder daheim begann die Umsetzung. Auto ab-, Rad angeschafft. Finanzplan erstellt. Haushaltsbuch geführt. Fernseher rausgeworfen. 2010 dann der letzte „reality check“, abseits der üblichen Routen allein durch Island. Die Rückkehr fiel schwer. Unendlich schwer. Testbestanden. Summa cum Laude
Ab dann: kein Urlaub, keine Extras, Überstunden.

Am 5.6.2012, nach 3312 Kilometern mit dem Rad und 17 zu Fuß steht die Hütte wieder vor mir. Aus Träumen, Ideen, Vorhaben ist Realität geworden. Endlich.

Der Weg hierher, mal steinig, mal sumpfig, bergauf, bergab, führt durch eine grandiose Landschaft. Alte, knorrige Fichten, kleine, krüppelige Birken, weiß gezuckerte Berge, klare, tiefe Seen. Zwei Kanuten laden mich an einer Übertragestelle zu Kaffee und Pfannenbannok ein. An der Hütte richte ich mich ein, entzünde den Ofen, koche Tee, säge und hacke Holz, genieße wieder das einfach Leben. Zwei Nächte bleibe ich, Zeit zum Schreiben, Rückschau, Vorschau, genißen, Seele baumeln lassen.

Am zweiten Abend findet sich eine kleine Gruppe aus Deutschland ein. Mit dem Kanu sind sie unterwegs, produzieren ein Outdoor-Gourmet-Kochbuch (!!). Sie laden mich ein, servieren ein drei Gänge Wildnissterne Menü. Fangfrische Forelle im Mandelmantel mit Aprikosencreme. Entenbrust vom Feuer mit Rösti und Aprikosen Chutney. Karamelisierter Grießschmarrn mit Sauerkirschsoße. Welch Abwechslung  zu meiner üblichen Spaghetti – Kartoffelbrei Diät.

Doch am nächsten Morgen juckt sie schon wieder, diese Neugierde auf das was hinter der nächsten Kurve wartet. Ich verabschiede mich, laufe zurück zum Rad und ziehe weiter.

 

Heinrich meint: "Mehr Schweden geht eigentlich fast nicht mehr. Unglaubliche Landschaften, das Wasser aus den Seen schmeckt besser als so manches Bier, das Gras ist Saftig, viele Rentiere mit denen Elch seine Späßchen treiben kann und die Elchdamen… hmmmm…"

 

 

Wer selbst das Rogengebiet erkunden will, der findet in den Tourberichten (Kanu 2003, Winter 2006) ein paar Anregungen und  im Wiki der Outdoorseiten weitere sehr gute Informationen.

 

 

Schotterstraße eine Abkürzung Zu Fuß gehts weiter Tote Bäume zivilisierte Wegweiser... ... für unzivilisierte Wege Aussichten Da hab ich mich Kaffe und Schokokekse Kochen wie früher Gourmetmenü Gang I Gourmetmenü Gang II Gourmetmenü Gang III Sonnenuntergang Mystischer Nebel Mondaufgang See Rogen kurioses am Wegrand direkt am Weg Totes Holz

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