Schwimmen am Nordkap 

[27.07.2012 | Norwegen | 3 Kommentare]

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Punkt #122 erreicht 

[26.07.2012 | Norwegen | Ein Kommentar]

Nordkap. Sagenumwobener Name, Ziel vieler Reisen, Ziel vieler Reisenden. Nur leider weder der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes (ein Fjord weiter) noch der nördlichste Punkt Europas (sehr viel weiter nördlich, ein paar Inselchen im Polarmeer). Immerhin: nördlichstes Ende des europäischen Straßennetzes. Vorausgesetzt wenn man keine Fähre verwenden will. Zumindest seit es einen Tunnel zur Nordkapinsel gibt… Eine beliebte Touristenattraktion zeichnet sich ja gerne mal durch gutes Marketing, ein fotogenes Motiv und eine nette Geschichte aus. Oder wie ein Norweger nüchtern meinte: „die nördlichste Ecke wo wir ordentlich Platz für nen richtig großen Parkplatz hatten“.
Mit dem Rad durchaus eine Herausforderung: zu zwei steilen Anstiegen gesellen sich ein tiefer langer Tunnel (bis -212m, 7km), einige kurze Ab- und Aufstiege, der ein oder andere Liter Regen und natürlich Wind aus verschiedensten Richtungen in variablen Stärken. Das ganze komprimiert auf 50, 60km.
Ob mich der junge Mann an der „Mautstation“ kurz vorm Parkplatz aus Nettigkeit kostenfrei durchgewunken oder mir ein unbekannter Auto / Wohnmobilfahrer den Eintritt (160 NOK) spendiert hat weiß ich nicht. Danke!
Nach 101 Tagen, 5608km und über 42.000 Höhenmeter fahre ich am 24. Juli die letzten Meter bis zum berühmten Globus. Das obligatorische Foto muss sein, Rundgang durch das Nordkaphaus. Die Wolken hängen tief, Wind treibt feine Regentropfen vor sich her. Bustouristen lassen sich bei einem Glas Nordkapchampagner und einem Krabbencocktailhäppchen ihr „ganz persönliches Nordkapzertifikat“ (500NOK) überreichen. Ein israelischer Radler lädt mich zu einem arabischen Kaffee ein, ein Supermarktblaubeerkuchen rundet die kleine Feier ab. Stilecht sitzen wir Wind- und Wettergeschützt unterhalb des Panoramarestaurants draußen auf dem Boden, den Benzinkocher vor uns.
Eine letzte Runde mit dem Rad um den berühmten Globus, dann drehe ich den Lenker nach Süden.


Heinrich meint: „Öde. Öööööde. Außer ein paar billigen Elchaufklebern im Souvenirshop keinerlei Elche. An der Bar wollte ich mit dem alten „hinter dir ein dreiköpfiger Affe“ Trick ein paar Tropfen Nordkapchampagner zu stibitzen. Hat nicht funktioniert, der jung Mann kannte den schon. Grog wollte er mir auch keinen verkaufen. Frische Triebe zum knabbern werden auch nicht gereicht. Nicht wirklich ein auf Elche ausgerichtetes Touristenziel. Aber von der Klippe kann man schön runterspucken!
 

Nicht mehr weit Gut das der Wind gar nicht mehr weit Spaß muss sein I Spaß muss sein II na gut Heinrich inspiziert den Globus Ausblick schöne Lichtstimmung

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Norwegen: Lofoten bis Tromsø 

[18.07.2012 | Norwegen | 5 Kommentare]

Eine weiße Wand als Begrüßung. Nebel auf den Lofoten. Irgendwann nachts ein kurzer Blick auf die schroffe Küste, Appetit auf mehr. Viel mehr. Schmale Straßen führen an der Küste entlang, die Wohnmobile geben sich die Seitenspiegel in die Hand.
Im Hostel warten bis das russische Visum eintrifft, bei bestem Wetter Ausflüge in die Umgebung, herrliche Aussichten genießen, fangfrischen Fisch im Hafen kaufen, lange schlafen. Das Visum trifft nicht ein, die deutsche Post schickt die Unterlagen scheinbar stilecht mit dem Rad los. Weiterfahren ohne Visum.
Ob man im Süden, Norden, Westen oder Osten einer der vielen Inseln entlang fährt wechselt alle paar Minuten. So der Wind, schiebt von hinten, drückt von der Seite, schüttet einen steilen Berg vor dir auf.
Dunkel wird es schon seit Wochen nicht mehr. Die Sonne zwei, drei Grad über dem Horizont. Mitternachtssonne. Unglaubliches Licht über Stunden.
Die Wohnmobile werden irgendwann weiter nördlich weniger, ganz reißt der Touristenstrom aber nie. Abseits der einzig großen Verbindungsstraße weiter durch strömenden Regen. Ich fahre nicht allein, an einer der Fähren habe ich mich mit Eric aus Frankreich zusammengetan, Kristian aus Deutschland stößt später dazu. Über Tage sind wir uns immer wieder begegnet. Die Straßen schlängeln sich am Wasser entlang, kurze Pässe hoch und runter, schnurgerade durch manchen Tunnel.
Nass in Tromsø. Die Wohnmobilmassen sind wieder da. Wir teilen uns eine Hütte, trocknen, waschen, duschen, Füße hochlegen, essen länger als wir schlafen.
Noch drei weitere Tage spannt mich die Post auf die Folter. Jetzt endlich habe ich mein Visum in der Hand. Zurück auf die Straße, Morgen.

 

Heinrich meint: "Erstaunlich. Elche auf Inseln im Meer. Wer hätte das gedacht! Und soo viele nette Leute die einen zum Wein, Bier, Wodka oder tschechischen Spezialitäten einladen… Da könnte man echt in Versuchung  kommen länger zu bleiben. Nur sind die Touristen – und mit ihnen die leckeren Spirituosen aus aller Welt – bald wieder weg und nur die exorbitanten Preise im Vinmonopolet bleiben. Ärgerlich. Da helfen auch die netten Berge und schönsten Elchedamen nicht wirklich…"

 

Info: die ganze Strecke von der äußersten Lofotenspitze bis Tromsø (via Andenes) ist eine einzige Empfehlung. Ich wüßte nicht was ich als ToppTipp herauspicken könnte.

Aber das Hostel in Ballstad ist unbedingt einen Link wert: http://lofoten-diving.com/

 

Früh morgens Norwegens Festland Fischerdorf Schafszucht Fischerdorf Der nächste Fjord Hostel in Ballstad Hostel in Ballstad Fischerdorf die X-te Fischzucht auch mal die Füße hochlegen Öhm, wer hat die Palmen aus dem Bild getragen? Das nenn ich mal ein vernünftiges Piratenschiff Wildcamper was willst du mehr? Nordnest hat deutlich mehr gefangen als ich isst aber nur halb so schnell wie ich Leuchtturm Blutgeile Biester Camp im Licht der Mitternachtssonne Schroffe Berge Mitternachtssonne Troll Nicht immer Sonnenschein Knopf drücken Essen spielte auch früher eine große Rolle und für drei Radler extrem wichtig. Nationalheld Geschnitzt aus Treibholz In eine vernünftige Reiseapotheke Falsche Seite der Harpune... Tromsø Klassisches Fotomotiv in Tromsø Tromsøkathedrale

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Neues auf showmethewolrd: Zahlen, Fakten, Infos 

[08.07.2012 | Norwegen | Ein Kommentar]

Während ich gerade in einem wunderbaren Hostel auf mein Russisches Visa warte (die Post lehrt mich mal wieder Geduld…) habe ich die Zeit genutzt und meinen Datenwust und die Erfahrungen der letzten Wochen und Monate durchkämmt, geordnet und in nutzbare Form gebracht. Herausgekommen ist eine kleine Datenbank mit allerlei Informationen, Tipps und Erfahrungen zu den bisher bereisten Ländern.
 Eine Übersicht über die gesamte Route mit ausführlichen Angaben zu der zurückgelegten Strecke (Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit, Höhenmeter, Fahrzeit und vieles mehr), wie oft ich wie übernachtet habe, wie viele und welche Pannen usw. findet sich auf der Startseite unter Info – Zahlen, Fakten, Statistiken.
Für die bisher bereisten Länder gibt es Unterseiten, auf denen die ganzen Infos dann für das ausgewählte Land ausgegeben werden (damit man schauen kann wo die böstesten Berge, die meisten Pannen und die wenigsten Hostels warten…), dazu gibt es noch eine ganze Reihe weiterer (subjektiver) Infos zum Radfahren, Essen & Trinken, Campen & Schlafen, Wind & Wetter, Navigation & Karten, Preise & Ausgaben, meine persönlichen Highlights und last but not least den GPS Track der Strecke zum selber nachradeln :-)
Bisher online sind:

Zahlen, Fakten, Statistiken - Deutschland

Zahlen, Fakten, Statistiken - Dänemark

Zahlen, Fakten, Statistiken - Schweden

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Norwegen: Steinkjer bis Bodø 

[04.07.2012 | Norwegen | 8 Kommentare]

15 Minuten dauert die freudige Abfahrt Richtung Küste bis dem Hinterrad die Luft ausgeht. Reifen flicken in einer Parkbucht. Ein paar Meter weiter hatte ein LKW weniger Glück, der Anhänger liegt am Abgrund. Autofahrer können sich nicht entscheiden was nun die größere Attraktion ist, fahren langsam vorbei, stoppen.

 

Entlang der Küstenstraße Fv17 nordwärts. Auf und ab, das Schaltwerk klackt im Sekundentakt. Keine hundert Meter im gleichen Gang. Die Landschaft wird spektakulärer, Tag für Tag, Meter für Meter. Staunend bleibt der Mund offen, die Augen hängen an gletschergehobelten Monumenten, Skulpturen natürlicher Schönheit. Ab und an schlägt eine Bodenwelle den Blick zur Straße, nur um Sekunden später wieder Richtung Meer, Fjord, Gebirge zu verschwinden. Hoch über einem Fjord steht das Zelt, sitze lange davor. Kann mich nicht sattsehen an der Bühne aus Meer und Fels auf der Wolken und Sonne ein verrücktes Schauspiel in unendlichen Akten aufführt. Spielpause 3 Minuten, Sonnenuntergang 1:08 Uhr, Aufgang 1:11 Uhr, Logenplatz, Eintritt frei.

 

Fähren als Nadelöhr, Treffpunkt und Pausen und Informationsplatz. Einige Radler sind unterwegs, mal kürzer, mal länger. Ein Stück zusammen fahren und quatschen, an der nächsten Fähre oder Supermarkt wieder sehen, mal gemeinsam Campen, Abendessen. Egal ob kurz oder lang, immer herzlich, immer informativ, immer interessant, immer spannend.
Viele Grüße und gute Fahrt an die beiden Franzosen (to swim or not to swim..?!) Amsterdam -> Nordkap, den norwegischen („Mr. Statoilcup“) Kurztripradler, Sebastian („fu*** fast“) Holland -> Nordkap (http://northcape2012.blogspot.no/), die beiden deutschen (meinen größten Respekt: 57 und 71, rund um die Ostsee), die Gruppe Tschechen auf Kurzurlaub („what a big flag!!“) und die ganzen anderen verrückten Radler!
Vielen Dank für die netten Gespräche, Begegnungen und manch eine Einladung von der motorisierten Fraktion, z. B. die Schweizer Familie (klappt der Kopfstand…?), Hanspeter („das Rad kenn ich doch“) aus der heimatlichen Gegend mit Vesper und Gutedel. Und die unzähligen Kaffees, Snacks und sonstiges von den vielen Namenlos gebliebenen!


Heinrich meint: "bei der Landschaft klappt mir die Oberlippe noch weiter runter! Und die Elchdamen… Olálá oder wie der Franzosenelch auch immer sagen mag. Nur die Preise für die wichtigen Dinge des Lebens sind unerhört und meiner Meinung nach Elchrechtsverletztend! Nur gut dass Stefan grad eine faule Phase einlegen will, da kann ich mir leckeren Moltebeerschnaps ansetzten..."

 

Plattfuss fast wie im Schwarzwald wenn Radler campen Infrastruktur Camp am Meer Auf einer der vielen Fähren Norwegischer Radler Haifischzähne Der Torghatten neu und alt Altar in der Kirche Brücken dürfen auch mal länger sein Hafen Abendliche Aussicht Lichtstimmungen beste Aussichten auch zum Frühstück Fischer auf dem Weg aus dem Fjord 2km wären es schwimmend diesmal schwimmen, Arbeitsplatz mit Aussicht In skulpturaler Landschaft Wenn sich Radler treffen und danach: Fischerhütten vorne angenehmer Asphalt am Fjord Saltstraumen Familienidyll Will man nicht ständig haben norwegischer Polizeikäfer Tschechisch-Deutsche-Radfreunde Hanspeter aus dem badischen Ländle Lädt zu 'Väschper' und Gutedel. Danke!

 

Infos: die offizielle Seite zur Straße:  www.kystriksveien.no. Für Radler interessant: www.radreise-wiki.de/Trondheim_-_Nordkap. Die Strecke ist wirklich sehr hügelig und es kommen einige Höhenmeter zusammen. Der Verkehr hält sich in Grenzen (außer um Steinkjer und vor Bodø), meist kommt er Stoßweise wenn mal wieder eine Fähre angelegt hat, eine kurze Pause verschafft dann leere Straßen. Licht und Warnweste für die Tunnel nicht vergessen!

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