Bariloche side trips 

Das Wetter nass, kühl, grau dazwischen eine handvoll Tage klar, warm, blau. Herbst auf der Südhalbkugel. Ein bisschen südlich von Bariloche: Pampa Linda. Der Name ("schöne Pampa") logische Konsequenz aus Lage - weit ab vom Schuss in einem Seitental - und Aussicht - der Vulkan Tronador überragt das Tal. Früher Aussiedlerhof heute Café und beliebt bei Touristen wie Einheimischen. Die Landschaft lässt sich bequem vom Minibus aus bewundern, die Aussichtspunkte weniger als 5 Minuten Fußmarsch vom nächsten Parkplatz entfernt. Mit einem kleinen Grüppchen aus Hostelbewohnern erkunde ich einen Tag lang das wunderschöne Tal, den Aufstieg zum Refugio Otto Meiling (Ausgangspunkt zur Tronadorbesteigung) verschiebe ich auf ein ander mal.

 

Zwei, drei Wochen später. Das Wetterorakel verspricht eine ganze Woche feines Herbstwetter, dazu Neumond und der Vulkan Copahue spuckt ein bisschen Rauch. Klingt spannend, vielversprechend. Auf ungewohnten 4 Reifen mache ich mich auf in Richtung Norden, erstes Ziel: Pucon in Chile. Hier wartet der Vulkan Villarrica im gleichnamigen Nationalpark auf Besteigung. Im örtlichen, sehr sympathischen Hostel wird mir der Aufstiegsversuch in geführter Gruppe "dringendst" angeraten, das Terrain und die Verhältnisse "äußerst schwierig". "Gefährlich!". Mh mal sehen, aber Ok, Gruppe statt Alleingang. 6.30 morgens werden 14 zahlungswillige Anfängerbergsteiger und 3 Guides in einen Minibus verladen und gen Ausgangspunkt verfrachtet, Aufstieg im Morgengrauen. Der Wind kommt stoßweise und kräftig, die ersten straucheln ein bisschen, quälen sich auf ungewohnten Steigeisen ein paar Schritte höher. Pause unterhalb einer Kante, mit einem weiteren Gast und einem Guide steigen wir ein Stück weiter bis an eine Kante, hier pfeifts schon etwas kräftiger. Die Guides beschließen das - für die meisten - richtige, Abstieg, auch wenn Wind und Verhältnisse nicht all zu wild sind. Verständlich, sind doch einige aus unserer Gruppe bereits ganz schön "geschafft". Nicht so Vincent aus Frankreich (sehr coole Aktion) und ich, wir wären liebend gerne weiter gegangen. Am Abend heiße Thermen unter einer leuchtenden Milchstraße am sternenbedeckten Himmel.

 

Derweil hat Vulkan Copahue beschlossen seine Eruption zu verschieben, Alarmstufe gelb statt rot, Evakuierung rückgängig, kein Rauch mehr übrig. Doch direkt daneben - auf chilenischer Seite - fristet ein kleines Reservat sein wenig besuchtes Dasein. Reserva nacional Ralco, 12.421 Hektar großes Kleinod Oberlauf des Rio Biobío, weit abgelegen am Ende einer üblen, 70Km langen Schotterschüttelpiste. Eine handvoll Pehuenches Familien - die ursprünglichen Bewohner - lebt im Park, zwei Ranger wachen am Eingang. Sie sind recht überrascht, so sei ich doch der erste Besucher seit über 5 Wochen und überhaupt, Gringos lassen sich hier kaum sehen. Wenig verwunderlich, touristische Infrastruktur und Informationen quasi nicht vorhanden, die Zufahrt beschwerlich und an Pfaden und Markierungen herrscht akuter Mangel. Nur an Schönheit, an Schönheit mangelt es wahrlich nicht. Immergrüne Araukarien bevölkern die Hänge, schroffe Wände markieren das Ende des Tals, zwischen Bäumen und Tälern immer wieder Blick auf den Vulkan "Callaqui". Nach 17 km wandern durch verzauberte Wälder das Tagesziel: "Laguna Mula". Die untergehende Sonne verbrennt den Horizont, überzieht den glatt polierten See mit einem Flammenmeer und überlässt es dann irgendwann der funkelnden Nacht den einen einsamen Beobachter am Wasserrand weiter in Verzückung zu versetzten.

 

Heinrich meint: "Bah, Igitt, Au!! Diese verdammten Araukarien kann man ja nicht vernünftig futtern! Hartes Stachelzeug! Zugegeben, sehen ja ganz nett aus, aber wenn man das Zeug nicht mal essen kann, gehört es abgeschafft! Und am Rande: diese Autofahrerrei! Hält ja kein Elch aus. Viel zu schnell und auf schotter versau ich mir nur wieder das Fell! Immerhin war der Wein in Pucon sehr lecker..."

 

 

unterwegs Herbststimmung hier planschen Am Lago Mascardi ein bisschen höher Pampa Linda Schwarzwälder mit Kaffee Sieben Seen Route Reifenpanne mal in schön schöne Grafittis schöen Grafittis auf dem Weg bei dieser Aussicht Pucon Abendendspannung Pampariding Letzter Ort Araukarienwälder Immer wieder gefrorenes Wasser Berge Araukarien und Araukarien Glutrot Araukarien Sonnenaufgang

2 Kommentare 

 
 

Christian

WOW!

23.06.2013 14:12:17
 
 

Wade

"At least, there was some good wine in Pucon..."

...famous last words!!

28.06.2013 00:37:25

 

 

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