Norwegen: Tromsø bis Kirkenes 

Campingplatzcafé Tromsø, später Nachmittag, Internetverbindung gut. Morgen geht es weiter. „There is a phone call for you“. So dämlich habe ich selten jemanden angeguckt. Die junge Frau von der Rezeption guckt genauso dämlich, streckt mir das Telefon hin. Am anderen Leitungsende Lisa, unterwegs mit Schwester Jule auf dem Rad, Oslo - Nordkap. Seit den Lofoten sind wir uns immer wieder über den Weg gefahren, waren auch auf dem Campingplatz, wussten dass ich noch einen Tag wegen meinem Visum bleibe. Kurze Story: heute Morgen weiter, Schlauch kaputt, Mantel kaputt, letzter Bus zurück nach Tromsø abgefahren, am Campingplatz anrufen, fragen ob ein rotbärtiger Typ mit Notebook rumsitzt, Treffer.
Ich fahre in die Stadt, Schlauch und Mantel kaufen, Auslieferung am nächsten Tag per Fahrradkurier, schnalle den Mantel oben aufs Gepäck. Ehrensache. Irgendwann am nächsten Mittag zwei Räder am Straßenrand, Lisa und Jule haben gerade zusammengepackt. Mantel und Schlauch montiert, fahrbereit. Zusammen weiter, abends Einladung zu Spaghetti.
 Anstiege und Abfahrten im Regen, die Straße kürzt Landzungen ab, bevölkert von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen. Das Wetter nordisch wechselhaft, Glück mit dem Wind, nur schwach oder von hinten.

Am Nordkap. Auf einem Campingplatz ausruhen, sortieren, weiterplanen, schwimmen gehen auf 71° Grad Nord. Faulheit und die Wettervorhersage siegt, mit der Hurtigrute von Honnigsvåg bis Kirkenes. Zielgruppe: Kreuzfahrtaffine Menschen im Ruhestand. Ich falle auf, zu jung, zu lang der Bart, eine Fahrradtasche, keine Kabine. Gespräche kreisen um vergangene Zeiten, aktuelle Krankheiten, kurze Zukunft. Schlafen im Panoramasalon, grandioser Aussicht, sehr kurze Nacht.
Sonntag in Kirkenes. 4900 Seelen schlafen, Geschäfte, Cafés geschlossen. Im Naherholungsgebiet für zwei Nächte verkriechen, Kocher putzen, Hose nähen, große Fahradinspektion, Dokumente richten. Eine Nacht Couchsurfen bei Arve, Wäsche waschen, Pizza & Bier, quatschen, aufwärmen. Die letzten Tage waren kühl, feucht.
Nieselregen, dunkle Wolken auf dem Weg zur russischen Grenze. Ein Bus steht vor davor, die Passagiere machen Fotos, schauen ungläubig hinterher wie ich am „Schengen Border“ Schild weiterfahre, eben nicht umdrehe wie alle anderen. Der norwegische Beamte schaut kurz in den Pass, „Murmansk?“ „yes“ „have a nice Trip“. 200 Meter Niemandsland bis zu einem grauen Gebäude mit kyrillischer Beschriftung: Российская Федерация.

 

Heinrich meint: „Wenig Elche in dem Gebiet. Sehr wenig. Wir lassen uns halt nicht unbedingt mit Steuererleichterungen in den hohen Norden locken, saftiges Grün ist uns da wichtiger. Stefan jammert ein bisschen viel über das Wetter, der soll sich mal ein dickeres Fell zu legen, mir macht das schließlich auch nix aus. Und warum er ausgerechnet das blöde Schiff nehmen musste! 2 Tage lang musste ich hinterher mein Fell Putzen! Und hat er denn die Preise an der Bar nicht gesehen???

 

Hinweis: die Norwegeninfos sind online.

 

Lyngen Alps in Wolken I Lyngen Alps in Wolken II Lyngen Alps in Wolken III Lyngen Alps in Wolken IV Verkaufsstände am Straßenrand Heimeliges Camp auf dem Weg Richtung Nordkap Zu heftig gefeiert? kurzes Wolkenloch schwimmen geht immer Kirkeporten Hurtigruten Zeichenkodierung Das ist wohl der Grund Schengengrenze

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