Punkt #122 erreicht 

Nordkap. Sagenumwobener Name, Ziel vieler Reisen, Ziel vieler Reisenden. Nur leider weder der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes (ein Fjord weiter) noch der nördlichste Punkt Europas (sehr viel weiter nördlich, ein paar Inselchen im Polarmeer). Immerhin: nördlichstes Ende des europäischen Straßennetzes. Vorausgesetzt wenn man keine Fähre verwenden will. Zumindest seit es einen Tunnel zur Nordkapinsel gibt… Eine beliebte Touristenattraktion zeichnet sich ja gerne mal durch gutes Marketing, ein fotogenes Motiv und eine nette Geschichte aus. Oder wie ein Norweger nüchtern meinte: „die nördlichste Ecke wo wir ordentlich Platz für nen richtig großen Parkplatz hatten“.
Mit dem Rad durchaus eine Herausforderung: zu zwei steilen Anstiegen gesellen sich ein tiefer langer Tunnel (bis -212m, 7km), einige kurze Ab- und Aufstiege, der ein oder andere Liter Regen und natürlich Wind aus verschiedensten Richtungen in variablen Stärken. Das ganze komprimiert auf 50, 60km.
Ob mich der junge Mann an der „Mautstation“ kurz vorm Parkplatz aus Nettigkeit kostenfrei durchgewunken oder mir ein unbekannter Auto / Wohnmobilfahrer den Eintritt (160 NOK) spendiert hat weiß ich nicht. Danke!
Nach 101 Tagen, 5608km und über 42.000 Höhenmeter fahre ich am 24. Juli die letzten Meter bis zum berühmten Globus. Das obligatorische Foto muss sein, Rundgang durch das Nordkaphaus. Die Wolken hängen tief, Wind treibt feine Regentropfen vor sich her. Bustouristen lassen sich bei einem Glas Nordkapchampagner und einem Krabbencocktailhäppchen ihr „ganz persönliches Nordkapzertifikat“ (500NOK) überreichen. Ein israelischer Radler lädt mich zu einem arabischen Kaffee ein, ein Supermarktblaubeerkuchen rundet die kleine Feier ab. Stilecht sitzen wir Wind- und Wettergeschützt unterhalb des Panoramarestaurants draußen auf dem Boden, den Benzinkocher vor uns.
Eine letzte Runde mit dem Rad um den berühmten Globus, dann drehe ich den Lenker nach Süden.


Heinrich meint: „Öde. Öööööde. Außer ein paar billigen Elchaufklebern im Souvenirshop keinerlei Elche. An der Bar wollte ich mit dem alten „hinter dir ein dreiköpfiger Affe“ Trick ein paar Tropfen Nordkapchampagner zu stibitzen. Hat nicht funktioniert, der jung Mann kannte den schon. Grog wollte er mir auch keinen verkaufen. Frische Triebe zum knabbern werden auch nicht gereicht. Nicht wirklich ein auf Elche ausgerichtetes Touristenziel. Aber von der Klippe kann man schön runterspucken!
 

Nicht mehr weit Gut das der Wind gar nicht mehr weit Spaß muss sein I Spaß muss sein II na gut Heinrich inspiziert den Globus Ausblick schöne Lichtstimmung

Ein Kommentar 

 
 

ØYVIND

Fiskekaker, Geitost, Tunnel (gut wenn mal mit Beleuchtung!), Mautstation (für Radler immer kostenlos) kenne ich gut - jetzt leider nur aus Erinnerung fast noch vom OP-Tisch aus, aber mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen...aber zum Nordkapp will ich gar nicht hin. Es gibt genug zu erleben ohne Tourimassen! God tur videre, Stefan. Gruß aus dem unerträglich heißen Berlin.

28.07.2012 12:32:49

 

 

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