Radfahren in Norwegen 

Allgemeines
http://de.wikipedia.org/wiki/Norwegen

 

Radfahren
Wie in Schweden gibt es durchaus offizielle Radwege und Radfernwege die aber kaum beschildert sind. Quasi meine komplette Strecke folgt dem Abschnitt 1c der Kystruta (Radfernweg an der kompletten Norwegischen Küste entlang). Eine gute Beschreibung findet sich im Radreise Wiki, Trondheim Nordkap. Fast immer findet man vernünftigen Asphalt vor, Schlaglochabschnitte selten, unbefestigte Wege sind die Ausnahme. An der Küste gibt’s oft wenig bis keine alternativen Routen, so dass man sich die Straße immer mit Autos teilen muss. Gerade in der Hochsaison an den Touristischen Highlights rauschen dann einige Busse und Wohnmobile an einem vorbei. Das geht meist recht zivilisiert von statten, nur der ein oder andere unterschätzt die Breite oder Länge seines Gefährts. Auch wenn man meinen könnte, dass eine Küstenstraße „halt am Meer“ entlang führt und daher eher flach sein sollte, kommen hier ziemlich viele Höhenmeter zusammen. Die Fjorde fallen Steil ins Meer, die Straßen schneiden die in oder andere Landzunge, führen über Hochplateaus oder ständiges Auf und Ab an der Küste. Flache Strecken sind die Ausnahme. Einige Fähren müssen auf der Strecke genommen werden, die sind aber eine willkommene Pause, Sammelpunkt für Radler, fahren ziemlich regelmäßig und sind preislich vertretbar. Eine Besonderheit sind die vielen Tunnel die es zu durchradeln gilt. Einige sind für Radler gesperrt und müssen umfahren werden. Eine Top Übersichtet biete cycltourer, einschließlich Download der POIs für GPS oder auch als PDF. Die Tunnel reichen von kurz und gut beleuchtet bis lang und steil (Nordkaptunnel 7km, von 0m runter bis -212 und wieder rauf). Eine brauchbare Lichtanlage – insbesondere hinten! – ist Voraussetzung, eine Warnweste unbedingt zu empfehlen. Auch wird’s im Tunnel gerne sehr laut und kühl. Ich hatte beim Befahren keine Probleme und wurde immer vernünftig überholt.

 

Essen & Trinken
Ganz oben im Norden gibt es immer weniger Supermärkte mit immer kleinerer Auswahl. Die Tankstellen haben in der Regel kleine Butiken in denen man das nötigste auch bekommt. Aber in jeder etwas größeren Stadt – gerade mit Touristischer Bedeutung – findet sich ein Supermarkt. Am günstigsten und weit verbreitet sind Coop und Remax1000. Wer also auch nur ein kleines bisschen vorplant wird keine Probleme haben. Wasser gibt es überall in Hülle, Fülle und bester Qualität, ein leckerer Bach meist nur ein paar hundert Meter weit entfernt. Für Kaffeesüchtige gibt es an den großen Tankstellen „Kaffee Flatratebecher“.


Campen & Schlafen
Wie in Schweden: Wildes Campen ist offiziell erlaubt (Jedermannsrecht). An manchen Abschnitten wird es aber durchaus Eng an der Küste und man muss ein paar Kilometer weiterfahren. Dafür finden sich immer wieder wunderschöne Campspots z.B. an Rastplätzen oder auch einfach nur so irgendwo in der Pampa. In dicht besiedeltem Gebiet oder bei viel Farmland, einfach irgendjemanden Fragen. Einen guten Tipp gibt es immer. Im Gegensatz zu Schweden gibt es aber quasi keine Windschutzhütten die mit dem Fahrrad gut zu erreichen sind.
Campingplätze sind von mäßig bis meist gut ausgestattet häufig zu finden, liegen Preislich zwischen 15 und 25 (!!) Euro. Oft werden auch Hütten vermietet, das kann man sich aber eigentlich nur leisten wenn man sich die Kosten teilt, Preise ab 50 € aufwärts sind die Regel.
Hostels werden im Norden selten (die in noch allen Reiseführern erwähnte Jugendherberge in Tromsø existiert nicht mehr!) und sind mit Preisen ab gut 30 € im Schlafsaal auch nicht unbedingt günstig. Ich war nur in einem, das war dafür von der Ausstattung aber absolut vorbildlich und sehr empfehlenswert (http://lofoten-diving.com/).

 

Wind & Wetter
Von Trondheim bis kurz vor Tromsø waren mir die nordischen Wettergötter hold und bescherten mir viel Sonne, wenig Wind und angenehmste Radeltemperaturen. Danach ging es steil Bergab. 5 bis 10 Grad, Wind in allen Stärken und aus allen Richtungen, Regen in allen denkbaren Variationen. Völlig und komplett verregnete Tage sind selten, kommen aber vor. Warme und Regendichte Kleidung sind ein „muss“. Gute Wetterinfos bietet die Seite yr.no.
Die berüchtigten Mücken zeigten sich in unterschiedlicher Quantität und Qualität. An manchen Tagen blieb ich komplett verschont, an anderen wurde ich von größeren Kampfverbänden an Special Force Mücken mit ABC Schutzausrüstung (Mückenspray? Geil, da nehm ich nen extra Schluck. An einem Tag sind die Mücken auf der noch Sprayfeuchten Hand gelandet und haben genüsslich zugestochen) traktiert. Gut wer da nix mehr draußen zu tun und ein Mückendichtes Zelt hat. Vielleicht sind die Mücken aber auch nur patriotisch und lassen sich von einem Schwedischen Mückenmittel nur herausfordern…

 

Navigation & Karten
Papier: ADAC 1:750.000 uralt Übersichtskarte und für den Norden eine sündhaft teure (29€) 1:400.000 Auto und Touristenkarte (gibt’s an jeder Ecke, rote „Cappelens Kart“)
Digital: http://openmtbmap.org/ (basieren auf openstreepmap.org) und Garmin Mapsource Metroguide Europe 2011

 

Preise & Ausgaben
Gefühlt: Exorbitant. Beispiel: 100g Standardschokolade („Milka“ Qualität) schlägt mit 2,5 € zu buche. Auch alle anderen Lebensmittel liegen zwischen 80% und 120% über deutschem Niveau. Konsumgüter noch weit darüber. Selbst Spaghetti mit Ketchup ohne sonst was wird dann teuer. Restaurantbesuche sind unter 20€ quasi nicht zu haben. Das Preislevel lässt sich an folgender Aufstellung gut abschätzen…

 

Essen: 789,- € (allerdings konnt ich mir extras wie Schokolade oder ähnliches nicht immer verkneifen…)
Restaurant: 63,- € (2x)
Übernachtungen: 429,- € (5x Hostel, 17x Campingplatz. Da die Post den Brief mit meinem Visum zwischendurch „verloren“ hatte, gabs einige bezahlte Nächte mehr als geplant)

Fähren: 101,- €

Landkarte: 29,- €
Fahrradteile: 26,- € (Öl, 2 Schaltzüge)
3x Wäsche waschen: 16,- €
Eintritt: 6,70 € (Polarmuseum Tromsø)
Busfahrt: 4,30 € (11km zum Einkaufen…)
Batterie: 14,- € (Ersatzbatterie für Funkauslöser, „Fotobatterie“)
1l Sprit für Kocher: 12,- € (Ok, ab sofort Autosprit und Düse öfter putzen…)
Hurtigrute: 141,- € (Honningsvåg bis Kirkenes)

 

Schnitt: 39,78 € (nur Essen und Schlafen: 29,70 € - bei Planung Fähren nicht vergessen!)


Persönliche Highlights
Küstenstraße RV17 (besonders Abschnitt Namsos bis kurz vor Bodø), Lofoten mit Strecke bis kurz vor Tromsø, „Foodcontest“ mit Eric und Kristian in Tromsø, schwimmen am Nordkap.

 

download GPS Track Norwegen  (ZIP, 240KB gepackt, 2MB entpackt)

Reisezeiten

Tage unterwegs 41
Von 20.06.2012
Bis 31.07.2012

Die Route

Positionen

Nördlichste Position 71° 10' 15.5" (71.170960)
Südlichste Position 63° 39' 50.4" (63.664000)
Östlichste Position 31° 20' 48.3" (31.346740)
Westlichste Position 11° 12' 46.2" (11.212840)

Fahrrad

Tage 27
Gesamtstrecke 1,950.02 km
längste Strecke 112.29 km
kürzeste Strecke 12.81 km
Schnitt Strecke / Tag 72.22 km
Höchstgeschwindigkeit 66.00 km/h
bester Schnitt 20.70 km/h
schlechtester Schnitt 12.80 km/h
Gesamtschnitt 17.39 km/h
Gesamtzeit 109:51:00 Stunden
längste Fahrzeit 06:07:00 Stunden
kürzeste Fahrzeit 00:41:00 Stunden
durchschnittliche Fahrzeit 04:04:07 Stunden
Höhenmeter 18,538 m
maximale Höhenmeter 1,324 m
wenigsten Höhenmeter 43 m
Höhenmeter / Tag 687 m
Höhenmeter pro Km 9.51 m
höchster Punkt 480 m
durchschnittliche Steigung 3.00 %
maximale Steigung 21 %

Fahrrad (an Ruhetagen)

Tage 15
Gesamtstrecke 0.00 km
Gesamtzeit 00:00:00 Stunden
Höhenmeter 0 m

Fähre

Anzahl 15 x
Gesamtstrecke 582.70 km

Übernachtung

camping wild 18 x
Campingplatz 17 x
privat / Einladung 1 x
Hostel 5 x

Pannen und Defekte

Platten 1 x
Schaltzug gerissen 1 x

Infos zu den Daten 

Die Daten zur Fahrzeit, Höhenmeter usw. stammen aus meinem VDO MC1.0 Tacho. Die GPS Daten sammelt das Garmin GPSMap 60Cx, die Tracks werden mit QuoVadis verarbeitet, geglättet und neu berechnet damit sie sich besser zum Nachfahren eignen, die original Höhendaten bleiben erhalten.

Die Route in der Karte oben besteht nur aus einer Handvoll Punkten und ist als grober Anhaltspunkt zu verstehen. Wers genau wissen will, findet bei den Ländern die entsprechenden Tracks zum Download.

Übernachtungen und Pannen entnehme ich meinem "analogen" Tagebuch, das Finanzielle entstammt meinem "Haushaltsbuch". Alle Angabe natürlich ohne Gewähr, Verwendung auf eigene Gefahr.

 

Noch ein paar Anmerkungen: GPS und Tacho unterscheiden sich regelmäßig was Strecke, Höhe usw. betrifft. Bei den Fahrradstrecken verwende ich nur die Tachodaten, beim GPS sehe ich immer wieder starke Sprünge wenn der Empfang nicht ideal ist. Fußstrecken kommen aus dem GPS. Fährstrecken sind Luftlinie von Hafen zu Hafen auf digitalen Karten abgeklickt, also sehr grob.

Kosten gebe ich an was "wirklich" nötig war, also Essen, Übernachten, Ersatzteile, Visa usw und wird gerundet. Nicht berücksichtigt werden kosten für "Extras" oder vermeidbares wie Andenken, Postkarten, Konsumgüter etc, da hat jeder andere Ansprüche. Preise unterliegen zudem Währungssschwankungen aber als Anhaltspunkt taugt es sicher alle mal.

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