Radfahren in Schweden 

Allgemeines
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweden

 

Radfahren
Es gibt zwar offizielle Radwege, durchaus auch Radfernwege, diese sind aber kaum bis wenig beschildert. Nur in Umgebung größere Städte und im südlichen Teil finden sich gut beschilderte Radwege auf denen man den Hauptstraßen ausweichen kann. Insbesondere an der Küste und in der Umgebung von Göteborg gibt es sehr schöne und gute Abschnitte. (Infos auch beim schwedischen Radverband: http://www.svenska-cykelsallskapet.se). Nördlich einer gedachten Linie Göteborg – Stockholm gibt es kaum noch Radwege, hier ist man auf die normalen Straßen angewiesen. Aber die Schweden sind sehr rücksichtsvolle und passive Autofahrer, sie lassen quasi immer genügend Platz zum „Atmen“, gewähren gerne die Vorfahrt und an Fußgängerüberwegen halten die Autos wenn man nur in Richtung andere Seite schaut – sehr vorbildlich. An viel befahrenen Landstraßen findet sich oft ein sehr breiter Seitenstreifen auf dem es sich bestens Radeln lässt. Übrigens sind in vielen Städten die Ampeln mit Vorzug auf Fußgänger und Radler geschaltet, nennenswerte Wartezeiten an Radwegampeln habe nicht erlebt, da könnte sich Deutschland ein Beispiel nehmen ;-)
Je weiter nach Norden man kommt umso eher erwarten einen Schotterstrecken. Hier gibt es die Zustände „festgefahrene Lehmpiste“ (fährt sich wie auf Asphalt) bis hin zu „frisch aufgerissen, neu Geschottert und drüber geregnet“  (schiebt sich wie im Kieswerk), letztere sind aber die Ausnahme. Dafür sind die Straßen dann kaum befahren und führen oft durch Landschaftlich sehr reizvolle Gebiete. Wer sich auf diesen Straßen bewegen möchte, sollte ein Mountainbike mit gröberen Reifen bevorzugen. Da die Straßen und Wege oft „in“ die Landschaft und nicht „durch“ die Landschaft gebaut sind, wird selten ein Hügel ausgespart, Flache Strecken sind die Ausnahme.

 

Essen & Trinken
Im Süden sehr gute Versorgungslage mit großen Supermärkten. Weiter im Norden oder abseits der großen Routen oft nur noch kleine Supermärkte oder als Supermarkt getarnte Dorfläden. Auch an Tankstellen finden sich oft kleine „Butiken“ in denen man das nötigste (eine Ladung Spaghetti und Schokolade) bekommt. Essen gehen kann sehr teuer sein, einigermaßen günstig ist das „Dagens Rätt“ (Mittagsmenü) was i.d.R. für70 bis 80 Kronen(8 bis 9 €) zu haben ist. Fast immer ist das ein Buffet zum selbst abholen, bestens also für den hungrigen Radler. Kaffee bzw. Tee ist als „flatrate“ im Preis inbegriffen, ein Softdrink meistens auch.
Bäche und Seen sind sehr sauber, frisches, trinkbares Wasser quasi nie ein Problem. Nur ganz im Süden und rund um die großen Städte habe ich auf Friedhöfe oder öffentliche Toiletten zur Versorgung zurückgegriffen. Im Fjäll ist das Wasser oft ein wenig bräunlich verfärbt was aber der Qualität keinen Abbruch tut .

 

Campen & Schlafen
Wildes Campen ist offiziell erlaubt (Jedermannsrecht). Im südlichen Teil aber viel Landwirtschaft oder verbautes Gelände. Hier sind öffentliche Bade- und Rastplätze aber gute Anlaufstellen. An den Badeplätzen am Meer gibt es oft sogar (kalte) Duschen. In Naturschutzgebieten werden oft Zeltstellen ausgewiesen oder es gibt Windschutzhütten („Vindskydd“, manchmal auch an Rastplätzen), oft liegt Feuerholz bereit. In Fjällgegenden kann einem das verblockte und wilde Gelände einen Strich durch die Zeltplatzssuche machen, an manchen Stellen fehlt es an ebener Fläche oder diese sind versumpft. An anderen Stellen weiß man gar nicht wo man das Zelt aufstellen soll, so viele schöne Plätze finden sich. In der Regel findet sich immer was.
Wer auf Campingplätze (Preise von 14 bis 18€) ausweicht, findet meist eine gute Einrichtung vor, häufig werden kleine Hütten (ab ca.25 €) vermietet – nicht immer zu vernünftigen Preisen…
Hostels (Bett ab ca. 15, Zimmer ab gut 20€) heißen meist „Vandrarhem“ und sind mit Jugendherbergen vergleichbar. Wer Mitglied im DHV oder DJV ist, braucht keinen STF (schwedischer Touristenverband) um vergünstigt zu übernachten. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft aber nicht.

 

Wind & Wetter
14 Tage lang hatte ich im Süden feinstes Wetter, oft konnte ich in einem der vielen Seen schwimmen gehen, in kurzen Sachen fahren und warme Temperaturen um 20 bis 25 Grad genießen. Im Fjäll ging es dann schwer bergab, 2 Grad, Schneeregen, Schauer und Gegenwind. Nur ein Tag war so dermaßen verregnet dass ich im Zelt liegen geblieben bin. Leicht bewölkt, ab und an ein Schauer und Temperaturen um 10 bis 15 Grad waren das „üblichste“ Wetter.
Die Mücken haben sich bis auf zwei, drei Tage erfreulich zurück gehalten, kamen aber dann in ordentlichen Schwärmen. Da hilft das schwedische „Mygga“ übrigens deutlich besser als unser „Autan“. Liegt vielleicht daran dass auf dem Fläschchen die Zeichen für ätzend und brennbar aufgedruckt sind…

 

Navigation & Karten
Papier: Schwedischer Straßenatlas  im Ringbuchformat aus dem Sonderangebot (10 €), 1:250.000 im Süden, Norden 1:400.000 in einer Buchhandlung aufgegabelt.
Digital: http://openmtbmap.org/ (basieren auf openstreepmap.org) und Garmin Mapsource Metroguide Europe 2011

 

Preise & Ausgaben
Ein gutes Stück teurer als Deutschland, gefühlt ca. 20% bis 30%, wobei Konsumgüter (Alkohol etc.) deutlich teurer (50 bis 100%) sind. Frisches Obst und Gemüse können deutlich teurer als in Deutschland sein – insbesondere je weiter nördlich man kommt, aber z.B. Bananen gibt es oft sehr günstig.
Essen: 435,- €
6x „Dagens Rätt“: 65,- €
Übernachtungen: 350,- € (6x Hostel, 3x Hütte, 4x Zelt auf Campingplatz)
Apotheke: 30,- € (Mückenmittel, Sonnencreme)
Landkarte: 10,- €
1l Sprit für Kocher: 9,- €
Prepaid Sim Karte Internet: 30,- €
Schnitt: 25,80 € (nur Essen und Schlafen: 21,80,- €)

 

Persönliche Highlights
Glaskogen Naturschutzgebiet, 4 Personen Privatfete mit dem Servicepersonal auf einem Campingplatz, Rogen Naturschutzgebiet, 3 Gänge Luxusmenü mitten in der Wildnis

 

download GPS Track Schweden  (ZIP, 226KB gepackt, 1,9MB entpackt)

Reisezeiten

Tage unterwegs 36
Von 15.05.2012
Bis 20.06.2012

Die Route

Positionen

Nördlichste Position 63° 41' 46.4" (63.696220)
Südlichste Position 55° 25' 36.3" (55.426760)
Östlichste Position 14° 36' 31.9" (14.608870)
Westlichste Position 11° 57' 38.4" (11.960680)

Fahrrad

Tage 20
Gesamtstrecke 1,655.01 km
längste Strecke 122.76 km
kürzeste Strecke 42.93 km
Schnitt Strecke / Tag 82.75 km
Höchstgeschwindigkeit 62.00 km/h
bester Schnitt 21.00 km/h
schlechtester Schnitt 12.30 km/h
Gesamtschnitt 16.78 km/h
Gesamtzeit 98:26:00 Stunden
längste Fahrzeit 06:29:00 Stunden
kürzeste Fahrzeit 02:37:00 Stunden
durchschnittliche Fahrzeit 04:55:18 Stunden
Höhenmeter 12,389 m
maximale Höhenmeter 987 m
wenigsten Höhenmeter 284 m
Höhenmeter / Tag 619 m
Höhenmeter pro Km 7.49 m
höchster Punkt 857 m
durchschnittliche Steigung 2.43 %
maximale Steigung 20 %

Fahrrad (an Ruhetagen)

Tage 15
Gesamtstrecke 91.42 km
Gesamtzeit 05:08:00 Stunden
Höhenmeter 531 m

zu Fuß

Tage 2
Gesamtstrecke 33.20 km
Gesamtzeit 09:12:00 Stunden

Übernachtung

camping wild 17 x
Campingplatz 7 x
privat / Einladung 5 x
Hostel 6 x

Pannen und Defekte

Platten 1 x

Infos zu den Daten 

Die Daten zur Fahrzeit, Höhenmeter usw. stammen aus meinem VDO MC1.0 Tacho. Die GPS Daten sammelt das Garmin GPSMap 60Cx, die Tracks werden mit QuoVadis verarbeitet, geglättet und neu berechnet damit sie sich besser zum Nachfahren eignen, die original Höhendaten bleiben erhalten.

Die Route in der Karte oben besteht nur aus einer Handvoll Punkten und ist als grober Anhaltspunkt zu verstehen. Wers genau wissen will, findet bei den Ländern die entsprechenden Tracks zum Download.

Übernachtungen und Pannen entnehme ich meinem "analogen" Tagebuch, das Finanzielle entstammt meinem "Haushaltsbuch". Alle Angabe natürlich ohne Gewähr, Verwendung auf eigene Gefahr.

 

Noch ein paar Anmerkungen: GPS und Tacho unterscheiden sich regelmäßig was Strecke, Höhe usw. betrifft. Bei den Fahrradstrecken verwende ich nur die Tachodaten, beim GPS sehe ich immer wieder starke Sprünge wenn der Empfang nicht ideal ist. Fußstrecken kommen aus dem GPS. Fährstrecken sind Luftlinie von Hafen zu Hafen auf digitalen Karten abgeklickt, also sehr grob.

Kosten gebe ich an was "wirklich" nötig war, also Essen, Übernachten, Ersatzteile, Visa usw und wird gerundet. Nicht berücksichtigt werden kosten für "Extras" oder vermeidbares wie Andenken, Postkarten, Konsumgüter etc, da hat jeder andere Ansprüche. Preise unterliegen zudem Währungssschwankungen aber als Anhaltspunkt taugt es sicher alle mal.

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