Ort #7 

Auf zum Hillary Step

[Nepal]


Der Hillary Step / Mt. Everest


Lat: 27° 59' 1.2"
Lon: 86° 55' 26.8"


eingetragen: 13.07.2007


Details zu #7

Der Hillary Step ist eine ca. 12 Meter hohe, über 70 Grad steile Felsstufe auf dem südöstlichen Gipfelgrat des Mount Everest. Diese Stufe erhielt den Namen zu Ehren von Sir Edmund Hillary, der zusammen mit seinem Teamgefährten Tenzing Norgay bei der Erstbesteigung 1953 zuerst diese Steilstufe erkletterte.

Der Step ist das letzte ernsthafte Hindernis auf dem Anstieg zum Mount Everest über die Standard-Südroute, die als der „leichteste“ Weg auf den Everest gilt. Wenn man dorthin gelangt, hat der Bergsteiger schon enorme Schwierigkeiten gemeistert. Der Step ist eine der ganz wenigen Stellen der Südroute, an der man richtiges Klettern beherrschen muss, um ohne Hilfe erfahrener Bergsteiger diese Route zu bewältigen. Der Hillary Step hat normalerweise eine Seilsicherung. Selbst die ersten Ersteiger einer neuen Jahressaison können oft noch eines der Seile vorangegangener Expeditionen nutzen, die vom Vorjahr hängengeblieben sind.

Ist das nicht der Fall, existiert also kein nutzbares Fixseil, so ist der „zahlende Tourist“ hier am Ende seiner Möglichkeiten angelangt: ganz oben auf 8.750 Metern, nur 100 Höhenmeter unter dem Gipfel, erschöpft vom ca. zwölfstündigem Endanstieg seit Mitternacht, gibt es ohne Klettertechnik kein Weiterkommen. Zumeist ist die Seilsicherung dort Aufgabe eines Zweierteams von Sherpas, die vor den zahlenden Kunden diese Arbeiten ausführen.

Mit nutzbarer Seilsicherung hakt man den Jümar ein, einen Handgriff mit federnd beweglicher Seilklemme, und zieht sich nach oben.

Auch mit Teamunterstützung und Seilsicherung kann der Hillary Step das Ende einer bis zu 65.000 Dollar teuren Reise sein: wenn an einem der wenigen halbwegs „schönen“ (wetter-erträglichen) Tage im Mai zuviele Personen zeitgleich auf den Mount Everest wollen, staut es sich öfter am Hillary Step. Es kann zu mehrstündigen Wartezeiten kommen, bis man an der Reihe zum Hinaufklettern ist. Es gab schon Bergsteiger, die bei den Gefahren des Auskühlens und mit der Gefahr, erst im Dunkeln vom Gipfel absteigen zu können, sich so kurz vorm Gipfel noch zur Umkehr entschlossen.

Am Hillary Step gab es einen tragischen Todesfall: bei der letzten Ersteigung der Saison 1996 war Bruce Herrod, ein englischer Fotograf und Mitglied einer südafrikanischen Expedition, extrem spät noch zum Gipfel unterwegs, weit später, als es die Umkehrzeiten von 13 oder 14 Uhr in der Regel erfordern, um eine Notnächtigung (Biwak) am Berg ohne Zelt zu vermeiden, die am Everest eine hohe Gefahr des Erfrierens birgt. Der Fotograf war erst gegen 18 Uhr am Gipfel, fotografierte mit Selbstauslöser seinen Erfolg und machte sich an die Rückkehr. Am Hillary Step, völlig erschöpft, verhedderte er sich in den Seilen und erfror kopfüber hängend. Als im Wind pendelnde Marmorleiche fand ihn Monate später in der 1997er Saison Anatoli Boukreev, ein kasachischer Bergführer, der bereits 1996 in der Katastrophensaison als Bergführer der Gruppe von Scott Fischer am Everest gewesen war.

Man barg seinen Rucksack, in dem sich die Kamera und der Film mit dem Gipfelfoto befand, und schnitt die Leiche los, die über 3.000 Meter tief zu Tal stürzte.

In dem Buch von Jon Krakauer „In eisigen Höhen“ finden sich sehr gute Bilder des Gipfelgrates und des Hillary Steps.

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